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Von der Puppe zum Schmetterling: Die Transformation

  • vor 10 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

8 Tage nach meiner Stammzellentransplantation beginnt sich etwas in meinem Kokon zu rühren. Hitze steigt in meinem Körper auf und ich bekomme leichtes Fieber. Zuerst ist da sofort diese Angst vor einem Keim oder einer Infektion, aber die Entzündungszeichen stehen alle auf 0.

Wir beginnen dennoch mit dem Standardprotokoll, das hierfür die Abnahme von Bakterienkulturen sowie die Verabreichung eines Breitbandantibiotikums vorsieht.

Ich frage mich woher dieses Fieber dann plötzlich kommen kann und der Nachtdienst lächelt mir mit einem verschwörerischen Lächeln zu, als sie sagt: "Das können durchaus schon die neuen Zellen sein, die anwachsen." Ich lächle in mich hinein und nehme mir diesen Satz mit in den Schlaf, in welchem ich davon träume wie es unter der Oberfläche in meinen Adern brodelt und die Zellen kurz davor stehen, in einer Explosion in die Höhe zu schießen.


Am Tag +10 ist es dann soweit und die ersten Zellen sind -zwar noch in geringer Zahl- in Sicht. Damit beginnt die "Zellwoche", in welcher an jedem darauffolgenden Tag ein zunehmender Anstieg der Zellen in meinem Blutbild zu erkennen ist. Langsam wird der Kokon stückweise aufgebrochen, damit die Flügel des Schmetterlings hervorkommen und sich entfalten können.

Ich fühle mich mit jedem Tag stärker, meine Entzündungszeichen gehen zurück und die Zellen stürzen sich auch auf die letzten offenen und schmerzhaften Stellen meines Körpers um diese zu reparieren.

Während ein Flügel nach dem anderen aus dem Kokon hervorbricht und seine Farbenpracht zeigt, streift mein Körper seine Haarpracht ab und ich bin zunehmend von einem Stoppelmeer umgeben.


Am Ende dieser Zellwoche knacken wir schließlich die 1000er-Marke bei den Leukozyten und dann geht alles schnell. Ich werde aus der Isolationshaft befreit und darf wieder auf dem Gang meine Runden drehen. Auch meinen Kollegen "Laslo" -die 7m Leine- darf ich immer öfter und länger ablegen und meinen Bewegungsradius dadurch erweitern ohne ständig das Lasso werfen zu müssen. Die besonderen Pflegemaßnahmen werden abgesetzt, wodurch ich nicht mehr den ganzen Tag mit Mundspülungen, Desinfektionen, Eincremen usw. beschäftigt bin.


Meine amerikanischen Zellen sind also eifrig dabei ein neues, zunehmend stabileres Blutbild aufzubauen und meinen inneren Schmetterling an die Oberfläche zu lassen. Ich bin voller Freude und gleichzeitig kommt die Angst vor der nächsten Etappe: Das Verlassen des sicheren Rettungsschiffes und lernen alleine zu schwimmen.


Erstellt mithilfe von ChatGPT (Open AI, 2026)
Erstellt mithilfe von ChatGPT (OpenAI, 2026)

 
 
 

1 Kommentar


Kerstin
vor 10 Stunden

Liebe Jasmin, das ist ein wunderschöner Vergleich, welchen ich gleich montags probieren werde zu verwenden, um meinen Onko-Patient*innen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern 🐛🦋

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