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Die nächste Phase: Remission oder "Ich bin leukämiefrei ?.!"

  • 16. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

Da sitze ich nun im gewohnten fensterlosen Kämmerlein -ohne irgendetwas zu spüren. Ich warte darauf, dass mich ein Gefühl von Dankbarkeit und Erleichterung durchflutet und dicke Freudentränen meine Wangen runterkullern, aber nichts dergleichen passiert. Mein Blick heftet sich an die Ärztin, deren Finger über die Tastatur fliegen, während sie einzelne Wörter vor sich hin spricht. Ich hänge an ihren Lippen, versuche die Informationen, die mir gerade über den Tisch gereicht wurden in meinem Kopf zu einem ganzen Bild zusammenzusetzen.


2 Wochen nach meiner mittlerweile 12. Beckenkammbiopsie stellt dieses Gespräch für mich einen bedeutenden Meilenstein auf meinem Weg zu einem krebsfreien Leben dar. In meiner Vorbereitung auf dieses Gespräch habe ich mir das schlimmste Szenario ausgemalt, in welchem die Leukämie weiterhin in meinem Körper tobt und ich mich wieder Behandlungen unterziehen muss. Ich habe aber natürlich auch gehofft, dass ich die frohe Botschaft erhalte, dass diese beschissene Erkrankung aus meinem Körper verschwunden ist -und dieses Mal hoffentlich für immer!

Nun sitze ich da und muss eben nehmen was kommt. Von Anfang an studiere ich das Gesicht der Ärztin nach irgendeiner Emotion, die einen Hinweis darauf geben könnte in welche Richtung dieses Gespräch wohl gehen mag. Mein Gehirn überspringt den Smalltalk und die Blutbildwerte, weil es sich direkt nach dem einen Satz sehnt. Aber welchen Satz habe ich erwartet?


Die Wörter fliegen durch den Raum und ich scanne sie weiterhin, um dieses Gefühl der Erleichterung zu bekommen, aber es bleibt aus. Ich bin so verwirrt, als ich der Ärztin zusehe, wie sie in den Computer blickt und etwas hineintippt. Ich frage zögerlich und sehnsüchtig nach dem einen Satz: "Heißt das die Leukämie ist weg?" Die Antwort kommt sofort: "Ja die Erkrankung ist weg. Die ist nicht mehr da." Kein Aufatmen, keine Erleichterung, kein Gefühl. Aber warum? Was hat mir gefehlt?

Wir sprechen direkt weiter über die nächsten Schritte. Ich versuche mein Gehirn wieder zurück in diese Situation und dieses Gespräch zu bringen. Ein wesentlicher Teil der Beckenkammbiopsie ist noch ausständig: der sogenannte CHIMÄRISMUS (=Verhältnis von Spender und Empfänger). Dieser zeigt, ob die Spenderin mein System erfolgreich übernommen und meine Zellen zurückgedrängt hat.


Ich tippe auf dem Heimweg zögerlich die Worte: "Ich bin leukämiefrei" in mein Handy und verschicke es an meine Angehörigen. In meinem Kopf folgt auf diesen Satz sofort die Frage: "Aber für wie lange?" Ich kann sie nicht abstellen und sie schleicht sich immer wieder in meine Gedanken. Ich spüre keine Erleichterung, denn diese wurde mir bereits vor 3 Jahren schon einmal gegeben und nun befinde ich mich erneut in der gleichen Situation. Die Freude hält sich also in Grenzen, aber ich arbeite daran und sage mir beinahe jeden Tag diesen Satz vor -mit einem PUNKT und Ausrufezeichen dahinter. Eines Tages werde ich es mir selbst glauben und es verinnerlichen können. Vorerst helfen mir die Reaktionen meiner Umwelt dabei, diese Nachricht als ein großartiges Geschenk des Lebens zu sehen. Ich habe immerhin keinen Krebs mehr!


Ich bin keine Leukämiepatientin mehr. Es beginnt für mich die Phase der sogenannten Remission. In Remission zu leben bedeutet noch nicht geheilt zu sein, sondern lediglich, dass die Erkrankung (in meinem Fall Leukämiezellen im Knochenmark) wenig bis nicht nachweisbar ist. Von Heilung wird in den meisten Fällen erst gesprochen, wenn die Erkrankung 5 Jahre oder länger in Remission ist, also nicht wieder aufflammt. Das hätte ich ja bereits versucht -mit dem Ergebnis eines Rezidivs. Ich bleibe also weiterhin auf dem Weg der Heilung, habe aber einen sehr wichtigen Meilenstein dabei erreicht, der nun hoffentlich die Weichen für ein langes, krebsfreies Leben stellt.

Ich bin keine Betroffene mehr, aber auch noch nicht gesund. Ich bin sozusagen "in Heilung" und erhole mich von den Folgen meiner Erkrankung und Behandlung.


Erstellt mithilfe von ChatGPT (OpenAI, 2026)
Erstellt mithilfe von ChatGPT (OpenAI, 2026)



 
 
 

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